Inkassowesen, Exekutionsrecht und Vollstreckung ausländischer Titel sowie Sicherung von Ansprüchen PDF Drucken E-Mail
Als Inkassowesen wird im allgemeinen die aussergerichtliche Betreibung einer Forderung verstanden, die vom Schuldner trotz mehrfacher Mahnungen nicht bezahlt wurde.
Während in den meisten Ländern Inkassobüros mit der Betreibung von Forderungen bei Nichtbezahlung beauftragt werden, spielt diese Art in Liechtenstein kaum eine Rolle;
dies meist auch deshalb, weil erhebliche die Bestimmung anfallen, die nicht zur Gänze bei der gerichtlichen Geltendmachung ersetzt verlangt werden können.

Die Erfahrung zeigt, dass die Betreibung durch einen Anwalt meist nicht nur sehr effektiv ist, sondern auch schnell zum Ergebnis führte; entweder erfolgt eine Zahlung sofort,
es wird eine Ratenzahlung vereinbart oder stellt es sich heraus dass, der Schuldner im Moment zahlungsunfähig ist. Allein diese Erkenntnis, versetzt den Gläubiger in die Lage,
zeitnah geeignete Massnahmen zu setzen. Dies ist vor allem bei sogenannten "Sitzgesellschaften" wichtig, um unnötigen Zeit- und Kostenaufwand zu vermeiden.

Vor der Einleitung gerichtlicher Massnahmen empfiehlt es sich, zunächst durch den Anwalt mittels Rückschein oder eingeschriebenen Brief den Schuldner unter Klagsandrohung
und Setzung einer kurzen Zahlungsfrist zur Zahlung aufzufordern.

In 95% der Fälle erfolgt hierauf eine Reaktion des Schuldners, die es ermöglicht zielgenaue Massnahmen zur Sicherung der Forderung zu treffen.

Sollte keine Reaktion erfolgen, besteht die Möglichkeit des „Schuldentriebesverfahrens" das ist ein vereinfachtes Verfahren bei dem das Gericht einen „Zahlbefehl" erlässt. Wenn
der Schuldner dagegen fristgerecht „Widerspruch" erhebt, kann entweder sofort das Vermittlungs- oder ein Rechtsöffnungsverfahren eingeleitet werden. Dies ist vor allem für die
Unterbrechung der Verjährungsfrist von zentraler Bedeutung. Zu den Einzelheiten dieser Verfahren wird auf das Tätigkeitsgebiet „Prozessrecht" verwiesen. Ziel des Inkassowesen
siehst letztlich einen rechtskräftigen Exekutionstitel zu erlangen, um auf vorhandenes Vermögen des Schuldners zu zugreifen zu können und fort und Vermögensvertiefungen zu vermeiden; dazu dient insbesondere auch Ergreifung einstweiliger Massnahmen tun, konnte Sperre, vertraut landläufiger Zahlungen an den Schuldner zu leisten etc.).

Gerade auch bei liechtensteinischen Sitzgesellschaften spielt die Sicherstellung von Forderungen durch einstweilige Massnahmen (Anordnungen) eine zentrale Rolle. Auch bedeutet
eine allenfalls notwendige Insolvenz einer liechtensteinischen Gesellschaft nicht unbedingt das Ende der Fahnenstange, sondern kann vielmehr Ausgangspunkt für die Ergreifung von Schadenersatzansprüchen gegenüber ehemalige Organe der Gesellschaft sein. Siehe dazu auch das Tätigkeitsgebiet „Geschäftsführerhaftung und Verantwortlichkeitsecht".

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