Schadensersatz - und Gewährleistungsrecht PDF Drucken E-Mail
Das LIECHTENSTEINISCHE Schadensersatzrecht basiert auf seiner österreichischen Rezeptionsgrundlage und ist, wie diese, in §§ 1294 bis inkl. 1341 ABGB geregelt;
daneben enthalten aber auch andere Gesetze - zB. das Personen- und Gesellschaftsrecht (PGR) für Verantwortlichkeitsansprüche – Spezialbestimmungen zum
Schadensersatzrecht.

Das Gewährleistungsrecht beruht zwar auch auf dem österreichischen ABGB, jedoch gelten in Liechtenstein noch die Bestimmungen, wie sie vor der Neuregelung des Gewährleistungsrechts in Österreich gegolten haben; auch hat Liechtenstein keine internationalen Anpassungen übernommen.

Schadensersatz ist der geldwerte Ausgleich für einen an einer Sache oder am Körper erlittenen Schaden durch einen schuldhaft handelnden Schädiger. 

Es gilt daher grundsätzlich – von Ausnahmen die das Erfolgsprinzip regeln – das Verschuldensprinzip. Beim Schadenersatz ist sowohl der Ersatz des realen Schadens als
auch der Folgeschäden zu ersetzen.
Für einen Schaden wird aber nur dann gehaftet, wenn dieser durch ein schuldhaftes dh. vorsätzliches oder fahrlässiges Handeln/Unterlassen und rechtswidrig dh. in
Verletzung einer gesetzlichen oder vertragen Pflicht oder durch ein deliktisches Handeln oder Unterlassen verursacht wurde und ohne das schädigende Verhalten nicht
eingetreten wäre (conditio sine qua non; Äquivalenztheorie).

Neben dem Schadenersatz für schuldhaftes Verhalten/Unterlassen kann in besonderen Gesetzen wegen der typische Gefahren beim Betrieb eines Fahrzeuges oder einer
Anlage zB. Kraftfahrzeug, Schilift etc. ausnahmsweise auch eine Haftung ohne Verschulden bestehen.

Schadenersatzansprüche sind erst spätestens 3 Jahren ab Kenntnis des Schadens sowie des Schädigers längstens aber nach Verstreichen von 30 Jahren verjährt und
damit nicht mehr durchsetzbar. Sowohl was die Kenntnis des Schadens sowie die Schädigers anlangt, sind mitunter in der Praxis unter schiedliche Interpretation möglich,
weshalb zur Vermeidung einer Verjährung die rechtzeitige Konsultation eines Anwaltes ratsam ist.

Gewährleistung ist
der im Gesetz vorgesehene Ausgleich für die zum Zeitpunkt der Lieferung/Erbringung einer mangelhaften Sache oder Leistung durch einen Verkäufer
oder Werkunternehmer, der auf durch den Wert der Sache/Leistung beschränkt ist; es gibt sohin keinen Anspruch auf Ersatz von Folgeschäden.
Allerdings ist besteht der Gewährungsanspruch auch ohne Verschulden dh. Wissen des Verkäufers /Werkunternehmers vom Mangel. Für bewegliche und unbewegliche
Sachen gelten unterschiedliche Fristen zur Geltendmachung. Beachtlich ist auch, dass die Fristen sogenannte PRÄKLUSIONSFRISTEN sind dh., dass die Geltendmachung am
Tag des Fristen des bei Gericht erfolgen muss, ansonsten der Anspruch untergegangen ist.

Von der Gewährleistung muss die „Garantie", wie sie meist von Händlern angeboten werden, unterschieden werden.  

Garantie ist eine freiwillig vereinbarte Haftungsübernahme des Verkäufers/Werkunternehmers und kann über die Gewährleistung, die auf Gesetz beruht, hinausgehen.

In der Praxis kann es oft zu Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen Schadenersatz einerseits und Gewährleistung andererseits geben.

Von der Gewährleistung und Garantie zu unterscheiden ist weiters auch die

Produkthaftung ist die verschuldensunabhängige Haftung des Herstellers oder des EWR-Importeurs für durch fehlerhafte Produkte - solche sind beweglich, körperliche
Sachen sowie Energie - verursachte Folgeschäden.

(Für die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Darstellung der jegliche Haftung ausgeschlossen)